Außerunterrichtliches

Achterfahrt: Mal was anderes...

Über die Achterfahrt, das Landschulheim der achten Klassen, berichten zwei Schüler:

„Mal was anderes“ von Aram Cheechow Peso (8c)

Schwitzend und leise fluchend, einen steilen Berg hinauf, vorbei an Kühen, Grünflächen und unzählig vielen Bäumen, laufen ich und meine Klasse zum Naturfreundehaus Feldberg, auf einer Höhe von 1350 Meter.
Unsere Parallelklasse macht sich gerade auf die Abfahrt bereit, denn sie haben schon zwei Nächte hier verbracht. Der Bus holt uns etwas verspätet an der Schule ab. Es herrscht Unruhe und jeder freut sich auf ganze zwei Nächten mit Freunden. Nach etwas mehr als einer Stunde steigen wir aus, holen unser Gepäck und müssen den Berg vor uns hochsteigen. Es ist zu steil, um mit dem Bus hochzufahren. Oben angekommen gönnt sich jeder eine Pause am Spielplatz oder am Eingang des Hauses. Es gibt nichts zu sehen, weit und breit nur Bäume und steile Berge. Es herrscht immer noch Unruhe und jeder will sein/ihr Zimmer sehen. Aber keiner darf hinein, bevor wir die 30 Aufgaben mit den Erlebnispädagogen bewältigt haben. Es gibt schwere, leichte aber auch zeitaufwendige Aufgaben, und während ich eine ganze Klopapierrolle beschriften muss, sehe ich meine Mitschüler, die gerade andere Aufgaben machen. Einige machen Origamifiguren, während andere eine menschliche Pyramide bauen müssen. Als wir dann alle Aufgaben geschafft haben, stürmt jeder los in sein Zimmer. Den restlichen Tag können wir machen, was wir wollen. Es ist sehr ungewohnt für mich, den ganzen Tag ohne Handy oder jegliche Elektronik. Nach dem Abendessen - es gibt Spaghetti - setzen wir uns an das flackernde Lagerfeuer und essen Stockbrot. Ab 22 Uhr müssen wir die sogenannte Nachtruhe einhalten. Jeder ist nun in seinem Zimmer und die ersten fangen schon an zu schlafen. Nach dem Bio-Frühstück am nächsten Tag machen sich manche ein Brot für unterwegs, denn wir haben einen Besuch in der Fundorena geplant. Das ist eine Indoor-Sporthalle mit einem Fußballplatz, einer Trampolinhalle und vielem mehr. Nach zwei sehr anstrengenden Stunden dorthin, kommen wir an und ich höre von jeder Seite ein erleichterndes „Endlich sind wir da!“ oder „Wie lange sind wir jetzt gewandert!“. Wir bleiben drei Stunden in der Fundorena. Manche spielen Fußball, die einen klettern und wiederum andere springen auf den Trampolinen herum. Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber viele waren jetzt ausgehungert. Somit machen wir uns langsam wieder auf den Weg zum Naturfreundehaus. Diesmal nehmen wir aber den kürzeren Weg und es tut gut, den frischen Luftzug zu spüren. Bei der Ankunft ist es Nachmittag und jeder vertreibt sich die Zeit im Zimmer oder draußen auf dem Spielplatz. Besonders beliebt ist die Seilrutsche neben der Schaukel. Zum Abendessen um 19 Uhr gibt es Wurst, gebackene Zucchini mit Tomate sowie Salat. Es schmeckt ganz o.k., aber ich vermisse das Essen zu Hause. Als Nachtisch gibt es Schokopudding. Der schmeckt so gut, dass ich mir Nachschub hole. Nach dem Abendessen setzen wir uns wieder ans ruhige Lagerfeuer oder werfen uns eine Frisbeescheibe zu. Am nächsten Tag ist es dann soweit: es geht wieder zurück nach Hause. Ich freue mich sehr und auch von den Mitschülern hörte ich „Endlich, ich halte es hier nicht mehr aus.“. Wir räumen nach dem Frühstück unsere Zimmer auf und packen unsere Sachen. Unten am Berg angekommen müssen wir wieder auf den Bus warten, der etwas verspätet kommt. Jeder stürzt auf einen platz und wir fahren zurück zur Schule. Es war schwer ohne Handy oder elektronische Geräte auszukommen, aber es hat gutgetan, mal eine Pause einzulegen und einfach mal raus zu gehen. Probiert es doch auch einmal aus.

Leif-Eric Enzmann (8c):

 Felix lässt sich nieder und jeder mit einer Hausstauballergie hat nun ein Problem. Exakt dieser steigt nämlich aus den gefühlt 200 Jahre alten Sitzen auf. Der Bus fährt an, so beginnt die Klassenfahrt der 8c (27 Jungen und Mädchen stark). Während Karten gespielt und Musik gehört wird, zieht der Bus mit gemütlichen 60 das Höllental hinauf, doch wohin? Das Ziel: Das Naturfreundehaus am Feldberg, hier kommen die Achtklässler des MPG unter - nach einem strammen Bergaufmarsch. Die einen mit Rucksack oder gar mehreren Rucksäcken, die anderen wesentlich entspannter mit ihren Trollis, denn die Straße ist immerhin geteert. Zur Mittagszeit also trifft man auf die bereits aufbrechende Parallelklasse. Erst einmal etwas Essen und Trinken, dann geht’s auch schon weiter mit den Erlebnispädagogen, welche am Haus warteten. Circa 30 Aufgaben sind zu lösen und selbstverständlich ist für jeden etwas dabei: Robin rechnet, Bogdan macht Liegestützen, Gabriel wälzt sich auf dem Boden, Lucas hantiert mit Mülltüten und ich schreibe. Nach diesem, sicher für alle erschöpfenden Akt, gibt es zwei verschiedene Kleingruppen mit gleicher Aufgabe: bunt zusammengewürfelte Gegenstände aus dem alleszerfressenden Säuresee zu retten. Nun machen sich die NWTler und Alex an die Arbeit und erschaffen erfolgreich den wohl einzig sinnvollen Plan, von der einen auf die andere Seite zu gelangen - denn jene andere Gruppe tut dasselbe. Nachdem manche einfach in den See spazieren, um zu präsentieren, was ihr Plan ist, andere sich ihre Hände wundziehen und weitere einfach in den See plumpsen, ist auch diese Aufgabe zufriedenstellend vollendet. Nach einer Einführung, was im Hause alles zu tun und zu lassen ist, gibt es biologisch abbaubare, fair gehandeltes, veganes und naturfreundliches Essen und ernstzunehmende Gespräche am Abend bis spät in die Nacht. Der zweite Tag: so manch einer muss sich mit „Fake-Nutella“ oder „-Lionier“ zufriedengeben und doch macht das Frühstück um acht Uhr satt. Daraufhin wird sich in den Zimmern umgezogen und mental auf das Erlebnis der gesamten Fahrt schlechthin vorbereitet: die Fundorena! Laut Leon soll es dort „Klettern“ und „Trampolinspringen“ geben. Da Lehrer und Lehrerin sich entschieden haben, den idyllischen, doch zugleich längeren Waldweg zu begehen („Der Weg ist das Ziel“ und „Dann sind die am Abend fertig“ war am vorherigen Abend herauszuhören), bleibt genug Zeit, um sich zu beratschlagen, welches Abenteuer nun zuerst angestrebt werden solle. Angekommen teilt der gute Niko der Fundorena uns in zwei Gruppen ein, die erste fängt mit dem „üpfen“ an, die zweite mit dem „klettern“. Andere klettern überhaupt nicht oder spielen zusätzlich noch Fußball. Nach wahrlich fertigmachenden zwei Stunden gibt es für 9,60€ etwas zu trinken und einen richtigen Burger. Keiner freut sich darauf, erneut zurückzuwandern - und keiner wird enttäuscht: den wesentlich kürzeren Weg zu nehmen, wird sich noch als wirklich erleichternd für die Füße der Wandersleute herausstellen. Auf 1,4 km Höhe, mit Blick auf den Feldsee und mitten durch eine Kuhweide kommt man auf der Kuppe der Erhebung weit über dem Naturfreundehaus an. Nach dem Abendessen dann gibt es noch das gemeinsame Sitzen am Lagerfeuer und Deodosen in diesem. Um acht Uhr ist außer Robin, Alex und mir (wir decken die Tische) noch niemand anwesend - alle trödeln erst eine viertel Stunde später ein. Doch das Packen weckt alle, die Knie auf dem Bergabmarsch zurück zum Bus auch. Auf der Heimfahrt wird Werwolf gespielt und Musik gehört (mit was ist unklar). Abschließend lässt sich sagen, dass es eine insgesamt durchaus gelungene Klassenfahrt war, fast schon zu kurz und das alles ohne elektronische Hilfsmittel.


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Verweile doch... Weimar 2018

Auch 2018 war es der gesamten Jahrgangsstufe 11 wieder ermöglicht worden, die Dichtermetropole schlechthin zu besuchen: Weimar - ganz im Zeichen Goethes und Schiller.

Am 21. März entdeckten die drei Kurse der Kollegen Dr. Knittel, Wangler und Geier zunächst auf eigenen Spuren die Stadt: zahlreiche Referate bzw. GFS bote so eine erste Orientierung, bevor tags darauf die Führungen durch die Klassik-Stiftung anstanden. In gewohnt hochkarätiger Manier wurde unter Federführung der Klassik-Stiftung ein Kulturschatz nach dem anderen besichtigt: das Wittumspalais, die Residenz samt Ilmpark, Goethes Gartenhaus und das Schillermuseum mit Schillers Wohnhaus boten somit ein tagfüllendes Programm. Am Freitag, 23.3., war das Goethe-Nationalmuseum und Goethes Wohnhaus am Frauenplan als Highlight vorgesehen, ebenfalls in kompetenten Führungen durch die Klassik-Stiftung bestens erläutert, bevor dann eine Gedenkminute an den Särgen der Dichter in der Fürstengruft das Besichtigungsprogramm abrundete.

Auf diese Weise wurde - nicht nur im Zusammenhang mit unserem Abiturthema "Faust" - deutlich, welch facettenreiche Persönlichkeiten Goethe und Schiller waren und dass die Weimarer Klassik vielmehr zu bieten hatte, als "nur" diese beiden Größen.

M. Geier


Ingenieurtag 2017 am MAX

„Kuhle“ Mode oder Energiewende - „Wie werden wir die Welt retten?“

Ingenieurtag am Max-Planck-Gymnasium informiert Oberstufenschüler

Es ist eine kleine Tradition geworden. Bereits zum siebten Mal fand am Max-Planck-Gymnasium der „Ingenieurtag“ für Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen der Lahrer Gymnasien statt. Praktiker der Firma Herrenknecht AG, der Schaeffler AG, der Firma Julabo und der Daimler-AG besuchten die Schule, um Einblicke in die facettenreiche Welt der Ingenieurberufe zu geben. Unterstützt wird diese Veranstaltung auch vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Für Informationen zu Studienmöglichkeiten im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) waren Vertreter der Hochschule Offenburg, des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) sowie des Bildungsnetzwerkes „COA-CHING4FUTURE“ eingeladen.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Christoph Bohn machte wieder Christian Dörfler, ein waschechter „Maxler“ (Abitur 2007), den Auftakt. Dörfler arbeitet bei der Daimler-AG in Sindelfingen im Bereich der Entwicklung von Dieselmotoren. Er hat ein Duales Studium bei Daimler absolviert, weil ihn die kurze, praxisnahe Ausbildung ansprach. Das dreijährige Studium „Mechatronik Fachrichtung Fahrzeug - System - Engineering“ biete alle Möglichkeiten. Die Bachelor-Absolventen könnten anschließend im Unternehmen einen Masterstudiengang anschließen. Sie könnten sich aber auch gleich in eine Arbeit stürzen, „die jeden Tag spannend ist und neue Herausforderungen bietet“. Dazu gehörten das Erreichen von CO2-Grenzwerten ebenso wie regelmäßige Aufenthalte in anderen Klimazonen“, um die Funktionstüchtigkeit der entwickelten Software unter extremen Bedingungen zu testen. Auch die großen Fragen der Zukunft der Automobilität werden von Ingenieuren mitgestaltet, „ob Hybridauto, Elektroauto oder autonomes Fahren“. Dörfler ermutigte die Schülerinnen und Schüler, sich nicht vom Auswahlverfahren abschrecken zu lassen, das einen Online-Test und einen Vorort-Test mit Assessment Center und Interview umfasst und das nur etwa 5 Prozent der Bewerber zum begehrten Studienplatz „beim Daimler“ bringe.

Nach diesem Vortrag konnten die Schülerinnen und Schüler sich für verschiedene halbstündige Vorträ-gen in Kleingruppen entscheiden, welche in zwei Durchgängen angeboten wurden. Dominik Jegan, seit sieben Jahren Projektleiter bei der Firma Herrenknecht, erläuterte die vielfältigen Aufgaben, die er jeden Tag mit Freude angehe. Er habe nicht nur mit der anspruchsvollen Technik der verschiedenen Tunnel-vortriebsmaschinen zu tun, sondern mit Kunden und Baustellen in aller Welt: „Immer neue Themen, immer wieder neue Länder“. Von der Firma Schaeffler kam Frank Walter. Er sprach über Karrieremöglichkeiten nach Ausbildung und Studium bei der Schaeffler AG. Luca Laule absolviert im Augenblick ein Maschinenbaustudium (BA) bei der Firma Julabo aus Seelbach. Der Student war sichtbar nah dran an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, denen das „Du“ leicht über die Lippen kam. Wie Dörfler hob auch Laule den Praxisbezug dieser Form der Ausbildung hervor. Sein Fazit lautete daher: „Dual ist nicht banal.“ Christoph Nachtigall ist Professor an der Hochschule Offenburg, ehemals Fachhochschule Offenburg. Auf die Frage nach dem Unterschied zwischen dieser Bildungseinrichtung und einer Universität wies er auf den größeren Praxisbezug hin, der sich zum Beispiel in einer Vielzahl von Laboren zeige, welche den Studierenden zur Verfügung stünden. Am Beispiel „Energiewende“ stell-te er dar, wie sich die verschiedenen Ingenieurwissenschaften aus unterschiedlichen Perspektiven mit diesem Thema beschäftigten und nach Antworten auf drängende Fragen suchen. Ebenfalls von der Hochschule Offenburg kam Professor Jürgen Köbler ans MPG. Er stellte die Studiengänge Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen vor. Auch Vera Vanié ist von der Hochschule Offenburg. Sie informierte über die Möglichkeit Ingenieurswissenschaften „plus“ zu studieren, das heißt, zusätzlich die Befähigung für das Lehramt an Beruflichen Schulen zu erwerben. Eine weitere Offenburger Besonderheit ist ein trinationales Studium, welches Offenburger Studenten für je zwei Semester nach Frankreich und in die Schweiz führt und damit den Bachelor-Grad in allen drei Ländern erlangen lässt. Das bessere Verständnis der französischen Sprache und der unterschiedlichen Kulturen sei ebensoviel wert, betonte Vanié. Der Zwischenruf „Cool“ einer Elftklässlerin zeigte, dass sie mit ihrem engagierten Vortrag auch die Mädchen in der Zuhörerschaft erreicht hatte. Norbert Burkhardt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigte auf wie Ingenieure „Neues denken, Neues bewegen und Neues schaffen“. Am Beispiel der Innovation des Christbaumständers machte er deutlich, dass „sie immer wieder aus der Denkrinne ausbrechen müssen, in der sie laufen“. Fantasie und Kreativität entstünden auch durch die inter-disziplinäre Herangehensweise an Probleme. „Je nach Projekt arbeiten Ingenieure auch mit Psychologen oder Sportwissenschaftlern zusammen.“ „Mit ihrem Abitur sind Sie top ausgebildet“, rief er den Schülerinnen und Schülern zu. „Hier bekommen Sie eine breite Allgemeinbildung. Am KIT holen wir Sie genau an diesem Punkt ab. Bei uns bekommen Sie eine wissenschaftliche Ausbildung in der Tiefe, entwickeln Kompetenzen und lernen Ihre Kenntnisse im Transfer anzuwenden.“ Auch ein Dreier-Schüler könne ein guter Ingenieur werden, machte der den Zuhören Mut, sich für ein Studium am KIT zu ent-scheiden.

Wie kann man aus Milcheiweiß Textilfaden spinnen und „kuhle“ Mode produzieren, ohne wie bei der Polyesterherstellung Erdöl zu verwenden oder beim Baumwollanbau riesige Mengen an Wasser zu verbrauchen? Wie kann man die die Ozeane vom Plastikmüll befreien? Kurz „Wie werden wir die Welt retten?“ Dieser Frage gingen Susannne Fries und Melanie Schneider von COACHING4FUTURE, dem Bildungs-netzwerk Baden-Württemberg, nach. Sie zeigten Zukunftschancen und Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich auf. Dazu gaben sie Tipps, wie sich junge Menschen über ihre eigenen Wünsche, Neigungen und Eignungen klar werden könnten, um bei der Vielzahl von Studiengängen den Überblick zu behalten. Als Einstieg dazu bietet Coaching4Future“ interessierten jungen Menschen einen „Karrierenavigator“ im Internet. In Deutschland gebe es aktuell 17.297 verschiedene Studiengänge an 445 Hochschulen, allein im Bereich Ingenieurswesen seien es über 3000. So begann Professor Tobias Felhauer von der Hochschule Offenburg seinen Vortrag. „Das ist ein Dschungel“, stellte er fest. Außerdem haben viele Abiturienten nur vage Vorstellungen von dem, was sie in einem Ingenieurstudium erwartet. „Um dieser Zielgruppe den Einstieg zu erleichtern, wurde in Offenburg das Semester ‚startING’ entwickelt, das sehr erfolgreich ist und be-reits nachgeahmt wird“, erläuter-te Felhauer. Es ist dem eigentlichen Studium einer bestimmten Fachrichtung vorgeschaltet. Neben Vorlesungen und Übungen in den Grundlagenfächern Mathematik, Physik und E-Technik sowie künftig auch Informatik, gibt es um-fangreiche Angebote zur Orientierung wie das Kennenlernen einzelnen Fachrichtungen, der Labors sowie Exkursionen zu Unternehmen. „Das Ziel ist eine selbstüberzeugte Studienwahl.“ Der Bonus: „Die erworbenen Leistungen können bei der Wahl eines ingenieurwissenschaftlichen Bachelor-Studiengangs angerechnet werden“. Dadurch entzerre sich auch das dicht gedrängte Programm eines Ingenieurstudiums.

Zum Schluss sprach Michael Kurth vom KIT über den Weg zum Studium: „Ich rate, den Karrierenavigator oder andere Online-Tests zusammen mit einem Freund zu machen und ihn jeweils für den anderen auszufüllen“. Anschließend sollten die Ergebnisse besprochen werden. Überhaupt hob Kurth das persönliche Gespräch mit Freunden und Familie hervor. „Online fällt man keine Studienentscheidung. Kommen Sie persönlich ans KIT, sprechen Sie mit uns Studienberatern. Auch Professoren sind ansprechbar. Vor allem aber reden sie mit Studierenden. Sie treffen sie in der Cafeteria. Come and feel“, riet er interessierten Schülerinnen und Schülern. Wenn die Entscheidung für einen bestimmten Studiengang gefallen ist, empfahl Kurth, sich einen Zeitplan für die Schritte Bewerbung, Zulassung und Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt zu machen. Auch am KIT gebe es Vorbereitungskurse über mehrere Wochen oder das „MintKolleg“, das ähnlich dem Programm StartING den Studienenstieg erleichtere.

Bei den Schülern kam der Tag gut an. Ein Elftklässler des Technischen Gymnasiums fand vor allem die Infos zum Bewerbungsverfahren an den Hochschulen hilfreich. Ein MPG-Schüler stellte für sich fest: „Es war gut präsentiert, aber ich weiß jetzt, dass mir die technische Richtung nicht so liegt.“ Seine Mitschülerin dagegen fühlte sich von der MINT-Präsentation angesprochen und könnte sich ein Studium „im Bereich Biologie“ vorstellen.


Das war der Ingenieurtag 2016

„Ich will studieren - aber was?

Ingenieurtag am Max-Planck-Gymnasium gab Orientierung

Bereits zum sechsten Mal führte das Max-Planck-Gymnasium in Kooperation mit der Firma Herren-knecht AG, der Schaeffler AG, der Firma Julabo, der Debeka Krankenversicherung, der Daimler-AG, des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), des Bildungsnetzwerkes „COACHING4FUTURE“, der Hochschule Offenburg sowie des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) einen „Ingenieurtag“ für die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen aller Lahrer Gymnasien durch. Das Ziel: Junge Leute für diese vielfältigen und zukunftsträchtigen Berufe zu begeistern.

Über hundert Jugendliche konnte der stellvertretende Schulleiter Dieter Faißt in der Aula begrüßen. Den Auftaktvortrag hielt Christian Dörfler. Der MPG-Abiturient vom 2007 skizzierte seinen Werdegang, der ihn zum Weltkonzern Daimler geführt hat, für den er nun als Entwickler für Dieselmotoren in Sindelfingen arbeitet. Das dreijährige duale Studium „Mechatronik Fachrichtung Fahrzeug - System - Engineering“ vereine viele Vorteile. „Praxisbezug, persönliche Betreuung dank kleiner Lerngruppen, finanzielle Unabhängigkeit und beste Berufsaussichten“, hob Dörfler hervor. Er ermutigte die jungen Zuhörer, die Dinge zu tun, für die sie Leidenschaft entwickeln und mit denen sie sich identifizieren.

Nach diesem Auftakt konnten die Schülerinnen und Schüler in zwei Durchgängen zwischen verschiedenen halbstündigen Vorträgen aus-wählen. Norbert Burkhardts (KIT) engagierter Vortrag stand unter dem Motto „Neues denken - Neues bewe-gen - Neues schaffen.“ An anschaulichen Beispielen zeigte er auf, wie heute in der Welt der Ingenieure gearbeitet wird. „Man muss Probleme interdisziplinär lösen, breit aufgestellt sein“, ermahnte er. „Was wir von ihnen erwarten ist eine breite Allgemeinbildung und Sozialkompetenz. In das Fachliche wächst man hinein“, ist Burkhardt überzeugt. Tilmann Schwab von der Firma Herrenknecht erläuterte die vielfältigen Anwendungsfelder für Tunnelvortriebsmaschinen im Bereich Verkehr, aber auch in den Bereichen Wasser, Abwasser, Elektrizitätsversorgung, Wasserkraft, und Pipelinebau. Auch beschrieb er die Möglichkeiten vertikaler Bohrungen, die der Geothermie oder der Exploration von Öl- und Gas-vorkommen dienen. Aufmerksam folgten die Zuhörer seinen Ausführungen zu den Schwierigkeiten und technischen Lösungen beim Bau des Bosporustunnels in Istanbul sowie des Straßenbahntunnels in Karlsruhe.

Von der Firma Schaeffler kam Frank Walter. Er sprach über Karrieremöglichkeiten nach einem Studium bei Schaeffler. Außerdem gab er Einblicke in aktuelle Projekte. Er hatte zum Beispiel einen Abgasturbolader mitgebracht, anhand dessen er erklärte, welche Aufgabenstellungen Ingenieure in der Entwicklung zu lösen haben. „Dieser Beruf ist spannend, jeden Tag neu“, versicherte er. Julian Schmidt absolviert ein Maschinenbaustudium (BA) bei der Firma Julabo aus Seelbach. Auch er schätzt den Praxisbezug dieser Form der Ausbildung: „Dual bedeutet selber machen, Probleme lösen, im Betrieb mitarbeiten und Geld verdienen.“ Motivierend seien bei Julabo auch die Studentenprojekte, welche im Team bearbeitet werden und gebaut. Schöner Nebeneffekt: „Wir haben jetzt einen eigenen Getränkekühler im Büro.“ Christian Wetzel, Professor an der Hochschule Offenburg erklärte an anschaulichen Beispielen, was Maschinenbau eigentlich ist. Ebenfalls von der Hochschule Offenburg kam Professor Jürgen Köbler ans MPG. Er stellte die Studiengänge Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen vor. Sein Kollege Professor Christoph Nachtigall präsentierte die Band-breite der Studiengänge, die sich mit den Bereichen Energie und Umwelt befassen. „Wenn Sie Ingeni-eurwissenschaften studieren, brauchen Sie vor allem Mathematik und Physik“, gab er den Elfklässlern mit auf den Weg. Je nach Fachrichtung sei auch Verständnis für Chemie bzw. für Informatik und Programmieren wichtig. Als einziger nicht im Bereich der Ingenieurswissenschaften tätiger Referent war Thomas Pöpping von der Debeka vertreten. Er stellte das duale Studium an der Debeka-Akademie, sowie die Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen vor. Damit bot der Ingenieurtag auch eine Alternative für die Schülerinnen und Schüler, die es nicht in den MINT-Bereich drängt.

Kann man Lippenstifte herstellen, die kussecht sind, aber auch pflegen? Wie werden wir künftig Nahrungsmittel in Großstädten anbauen? Können Tanzende in einer Disko Strom erzeugen? Diesen und anderen Fragen gingen Cathrin Brinkmann und Tatiana Kalytta von COACHING4FUTURE, dem Bildungsnetzwerk Baden-Württemberg, nach. Sie zeigten Zukunftschancen und Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich auf. Dazu gaben sie Tipps, wie sich junge Menschen über ihre eigenen Wünsche, Neigungen und Eig-nungen klar werden könnten, um bei der Vielzahl von Studiengängen den Überblick zu behalten. Als Einstieg dazu bietet Coaching4Future“ interessierten jungen Menschen einen „Karrierenavigator“ im Internet. Laut Prof. Tobias Felhauer von der Hochschule Offenburg gibt es in Deutschland aktuell 17.197 verschiedene Studiengänge an 442 Hochschulen, allein im Bereich Ingenieurswesen sind es über 3000. „Das ist für viele Abiturienten ein Dschungel“, stellte er fest. Außerdem haben viele nur vage Vorstellungen von dem, was sie in einem Ingenieurstudium erwartet. „Um diesen interessierten Abiturienten den Einstieg zu erleichtern, wurde in Offenburg das Semester ‚startING’ als Pilotprojekt in Baden-Württemberg entwickelt“, erläuterte Felhauer. Es ist dem eigentlichen Studium einer bestimmten Fachrichtung vorgeschaltet. Neben Vorlesungen und Übungen in den Grundlagenfächern Mathematik, Physik und E-Technik, gibt es umfangreiche Angebote zur Orientierung wie das Kennenlernen der Einrichtungen und Labors der einzelnen Fachrichtungen sowie Exkursionen zu Unternehmen. „Das Ziel ist eine selbstüberzeugte Studienwahl.“ Der Bonus: „Die erworbenen Leistungen können bei der Wahl eines ingenieurwissenschaftlichen Bachelor-Studiengangs angerechnet werden“. Dadurch entzerre sich auch das dicht gedrängte Programm eines Ingenieurstudiums.

Zum Schluss sprach Michael Kurth vom KIT über den Weg zum Studium: „Die Studienentscheidung ist kein plötzliches Ereignis, sie ist ein Prozess“. Das persönliche Gespräch mit Praktikern und Studenten sowie Freunden und Familie sei noch vor den „Karrierenavigatoren“ im Internet ein wichtiger Teil der persönlichen Orientierung. Er riet, sich persönlich zu informieren, zur Hochschule zu kommen und beim Kaffee mit Studenten ins Gespräch zu kommen. Die Studienberatung am KIT biete regelmäßige Informationsveranstaltungen „auch für Leute mit dem last-minute-Problem“. Nach der Entscheidung für einen Studiengang empfahl er, sich einen Zeitplan für die Schritte Bewerbung, Zulassung und Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt zu machen. Auch am KIT gibt es Vorbereitungskurse über mehrere Wochen oder das „MintKolleg“, das ähnlich dem Programm StartING den Studienenstieg erleichtere.


Das waren die Projekttage 2015