Austausch - China

China-Austausch 2017

Aktuelles vom China-Austausch

Guten Abend aus Shanghai. Heute haben wir bereits den zweiten Tag unseres Austauschs erlebt. Nach einem Treffen im Conference Room Two, wo kurz Neuigkeiten und Erlebnisse ausgetauscht wurden, Missverständnisse besprochen und Pläne geschmiedet wurden, sind wir in die benachbarte Wenqi Middle School gelaufen, die von der Shanghai Minhang High School nur durch den Sportplatz getrennt ist. Da an der High School ein Gebaeude abgerissen wurde mit dem Ziel, es neu zu bauen, musste wir auf einen Raum hier ausweichen. Zunächst lernten die deutschen Schueler die "Vier Schaetze" der chinesischen Kalligraphie kennen: Pinsel, Reispapier, Reibestein und Tintenblock, danach ging es daran, Schriftzeichen selbst auf Papier zu übertragen. Manchen gelang dies ausgesprochen gut und sie wurden hierfuer ausfuehrlich vom Kunstlehrer gelobt. Nach einer etwa eineinhalbstuendigen Arbeitsphase widmeten wir uns dann der Kunst der Masken der Pekingoper. Wir erhielten einen Einfuehrung in die Bedeutung der Farben: Rot - der Held, Silber oder Gold - ein Gott und so weiter, dann durfte jeder seine eigene Maske gestalten. Leider war die Zeit etwas kurz, so dass nicht alle Masken fertiggestellt werden konnten. Nach einem fruehen Mttagessen (11.45 Uhr!) fuhren wir mit dem Bus an den Bund, um dort zunächst das Shanghai Museum zu besichtigen. Danach hatten alle Zeit, in kleinen Gruppen selbst die Umgebung etwas zu erkunden, zum Beispiel zur Nanjing Road zu gehen, DER Shoppingmeile in Shanghai. Bald ging es aber wieder zurück an die Schule, da man ja immerhin etwa 1 Stunde fährt nach Minhang. Nach und nach wurden dann alle deutschen Schueler entweder von den Austauschpartnern oder deren Eltern abgeholt, um nach Hause zu gehen. Morgen haben wir dann wieder ein volles Programm, beginnend mit Taiji.

Gute Nacht aus Shanghai, bis zur naechsten Mail. D. Haberzeth

Guten Abend aus Shanghai. Heute war erneut ein angenehmer Tag in China, das Wetter ein wenig bewoelkt, aber immer noch warm, allerdings auch recht feucht. Heute Morgen hatten wir gleich ein wenig Fruehgymnastik: wir uebten das 24-Formen Yang Tai Chi zusammen mit einem netten Sportlehrer, der bereits auch 2015 mit unseren Schuelern Tai Chi uebte. Parallel dazu fanden auf dem Sportplatz mindestens 4 weitere Unterrichtsstunden statt, also gab es auch viel zu sehen. Nach dieser Praxisstunde durften wir die taegliche Morgengymnastik der chineschischen Schueler beoabchten. Jede Klasse hat einen fest definierten Platz auf dem Sportplatz, hier findet sie sichein, stellt sich in Doppelreihe auf und macht auf Musik die vom Bildungsministerium vorgegebene gymnastische Choreographie. Jede Klasse bekommt Noten für ihre Anstrengung und es wird vermutlich auch eine Rangliste ausgehaengt. Nach der Morgengymnastik wanderten wir wieder hinueber zur Middle School, um dort eine Einfuehrung in die klassischen chinesischen Instrumente zu erhalten und sie dann selbst auszuprobieren (uebrigens uebt hier seit einer halben Stunde jemand Tonleitern auf einer Trompete - auf dem Platz direkt vor meinem Zimmer X-P). Vor allem die Rhytmusinstrumente der Pekingoper waren doch recht ungewoehnlich fuer westliche Ohren. Wir uebten unterschiedliche Rhytmen und setzten diese dann in einem kleinen "Lied" zusammen, mit mehr oder weniger Erfolg. Danach ging es erneut zum Mittagessen, mit einer anschliessenden Freizeit von einer Stunde, die genutzt wurde fuer Chillen, Reden, tatsaechlich in seltenen Faellen dem Bearbeiten von Arbeitsauftraegen, Fussballspielen, Campus betrachten, und, und, und. Der Nachmittag wurde dann genutzt, um in Kleingruppen chinesischen Unterricht zu besuchen: unter anderem Geschichte, Erdkunde, Englisch, Informatik. Mit einem kleinen Beobachtungsauftrag liessen sich tatsaechlich Unterschiede zu Deutschland feststellen. Vor allem die Klassengroesse erstaunte: meist mehr als 40 Schueler in einer Klasse. Nach dem Besuch zweier Pflichtstunden konnten die Schueler dann Wahlfaecher besuchen, wie zum Beispiel Basketball, Theater, Videodreh, ... Ab 16.30 Uhr wurden alle dann wieder von Austauschpartner oder Eltern abgeholt. Morgen werden wir erneut auf einen Ausflug in die naehere Umgebung gehen.

Guten Abend aus Shanghai,

D. Haberzeth

Liebe Eltern, heute war schon Donnerstag, unser vorletzter Tag an der Schule, auch wenn das Wochenende noch in den Familien verbracht wird, bevor wir am Montag auf die Rundreise gehen. Heute war ein Ganztagesausflug geplant. Zunaechst fuhren wir mit dem schuleigenen Bus zum Science and Technology Museum. Hier angekommen mussten sich die Schueler - ganz ungewohnt fuer sie - tatsaechlich in Zweierreihen aufstellen, denn dies ist nunmal die Ordnung, in der chinesische Schulklassen auf den Eintritt warten. Wir waren nicht die einzige Schuelergruppe, es kam uns vor, als waere ganz Shanghai im Museum. Einer der Museumswaerter bemerkte allerdings, dass es ein recht leerer Tag mit nur 4000 Besuchern waere. An normalen Tagen waeren bis zu 10 000 Besucher im Museum. Nach dem Museum ging es in den Untergrund, genauer gesagt in die U-Bahn Station direkt unter dem Museum. Hier befindet sich ein Fake-Market, in dem schauen, sich wundern und seine Faehigkeiten im Handeln ausprobieren konnte. Manche konnten mit Schnaeppchen im Gepaeck wieder in den Bus steigen, der uns nach einer erneuten einstuendigen Fahrt nach Qibao brachte. Qibao ist die sogenannte Altstadt des Bezirks Minhang, in dem unsere Schule sich befindet. Es besteht aus an Kanaelen gelegenen Haeusern, die dann in ein Viertel mit kleinsten Laeden uebergeht. Jeder Laden ist etwa so breit wie zwei Tueren und man kann alles erhalten, von 1000-jaehrigen Eiern zu Schals, typisch chinesischen Souvenirs und buddhistischen Armbaendern, denn in diesem Bezirk gibt es auch einen relativ neuen buddhistischen Tempel, den man besuchen kann. Schon war der Tag wieder vorbei und nach einer erneuten Busfahrt zur Schule musste wieder auf die Austauschschueler gewartet werden, denn Lehrer in China machen nicht unbedingt mit dem Gong schluss, sind sie der Meinung, es fehlt noch etwas, so wird eben einfach weiterunterrichtet. Und die chinesischen Schueler, machen keine Anstalten, unruhig zu werden. Man stelle sich dies einmal bei uns in Deutschland vor ;-)

Ich wuesche einen angenehmen Tag in Deutschland,

D. Haberzeth

Liebe Eltern, heute war bereits der letzte Tag an der Schule, und das Wochende werden die deutschen Schueler mit ihren Hostfamilien verbringen, daher wird meine naechste Mail Sie erst am Montag erreichen. Heute Vormittag hatten wir viel Zeit, uns mit chinesischer Malerei vertraut zu machen. Diese wird ausschließlich mit Tusche durchgeführt. Wir hatten einen sehr geduldigen Lehrer, der uns allen zunaechst die Grundtechniken der Malerei nahebrachte, denn anders als in der westlichen Malerei wird hier mit dem Mischungsverhaeltnis von Wasser und Tusche versucht, verschiedene Schattierungseffekte zu erreichen. Dies fiel vielen Schuelern nicht leicht, denn wir sind anderes Malen gewoehnt. Dennoch waren viele Ergebnisse sehenswert. Nach der Malerei hatten wir wieder ein fruehes Mittagessen - bereits um 11 Uhr, und im Anschluss daran eine Stunde Pause, die manche Schueler nutzten, um sich auf dem Schulgelaende etwas sportlich zu betaetigen. Nach der Mittagspause trafen wir uns auf dem Sportplatz, um mit dem Leiter der sportlichen Abteilung ein "Spiel" zu machen: es ging darum, einen grossen Pinsel im Team durch Spannen und Loslassen der daran befestigten Schnuere so zu bewegen, dass man Schriftzeichen auf ein grosses Blatt Papier malen konnte. Eine gute Abspache war hier vonnoeten. Direkt nach dieser Aktivitaet ging es zum angekuendigten Fussballspiel, und wir waren ueberrascht, als wir ungefaehr 100 Zuschauer hatten. Die deutschen Jungen spielten gegen die Schulmannschaft der Shanghai Minhang, und wir waren alle ueberrascht, dass die chinesische Mannschaft, alle 10 Minuten ihre Spieler wechselten, waehrend die deutschen Jungen 45 Minuten durchspielten. Es kam zu einem diplomatischen Endergebnis von 2:2. Nach einer kurzen Pause teilten sich die deutschen Schueler in 3 Gruppen auf, um die bereits schon vollen Klassen durch ihre Anwesenheit noch etwas voller zu machen, denn die Abschlussfeier wurde in drei der 9 10ten Klassen gemacht. Es gab kleine Vorfuehrungen der chinesen, Pantomimenspiele, Gedichte, Lieder und vieles mehr, und jeder deutsche Schueler erhielt einen chinesischen Scherenschnitt als Abschiedsgeschenk, das Motiv waren Fische, die Glueck fuer das zukunftige Lernen bringen sollen. Bereits um 16 Uhr war der Schultag beendet, allerdings konnte man noch nicht nach Hause gehen, da die chinesischen Schueler Freitags immer ihr Klassenzimmer putzen.

Ich wuensche allen ein schoenes Wochenende, gute Nacht aus Shanghai

D. Haberzeth

Liebe Eltern,

heute war der Start unserer Rundreise. Nachdem wir uns pünktlich um 7.30 Uhr in der Schule trafen und das morgendliche Begruessungskommitee aus Schuelern, die jeden das Schulgelaende betretenden Lehrer mit "Laoshi hao!" (Guten Tag Lehrer)gruessten, ein letztes Mal betrachten konnten, warteten wir zunaechst vergeblich auf den Bus, der uns nach Hangzhou bringen sollte. Der stand leider im Stau und so machten wir uns mit einer halben Stunde Verspaetung auf die zweistuendige Reise.

In Hangzhou, das nach der 23-Millionen-Stadt Shanghai "nur" rund 9 Millionen Einwohner vorzuweisen hat, betrachteten wir zunaechst die Koi-Zucht und die Blumenschau, bevor wir auf einer Elektrobarke über den See schipperten und einige Fotos machen konnten. Danach ging es zum Mittagessen, das auf chinesische Art an einem runden Tisch stattfand. In der Mitte des Tisches befindet sich eine drehbare Platte, auf die die Speisen gestellt werden. So kann sich jeder - mit ein wenig Ruecksicht auf die anderen - das Essen herandrehen, dass er gerne haben moechte.

Nach dem Mittagessen fuhren wir zur Longjing Teeplantage, dem Drachenbrunnentee, den einer der Kaiser der Qing Dynastie als besonders wohlschmeckend empfand. Daher ist dieser Tee auch bei Chinesen heute noch besonders beliebt. Natuerlich erhielten wir eine Einfuehrung in die positive Wirkung dieses Tees auf den Koerper, und natuerlich konnte man diesen Tee auch direkt nach der Vorfuehrung kaufen - wenn man wollte. Man wollte nicht.

Nun ging es zu einer der vielen "Kulturstrassen", die wir auf unserer Rundreise noch sehen werden. Diese stelle man sich als "antike" chinesische Gebauede vor, die ausgefuellt sind mit Laeden jeder Art: Mangosaftstaende, Staende mit getrocknetem und marinierten Schweinefleisch, Laeden mit Krimskrams, Teelaeden, sonstige Spezialitaeten und so weiter. Allein das anschauen war schon interessant. Gegen 17.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Restaurant, in dem wir Abendessen sollten. Der Tourguide (eigentlich "die) hatte ein chinesisches Restaurant ohne Touristenverkehr herausgesucht, und die Speisen schmeckten wirklich gut. Auch die Vegetarier erhalten immer zusätzlich Gemuese ohne Fleischbeilage, dies hat sich im Vergleich zu 2012 deutlich gebessert.

Danach hiess es wieder Busfahren zum Hotel. Die Distanzen sind in chinesischen Grossstaedten wirklich enorm. Das Hotel wurde geprueft und fuer gut befunden. Manche spazierten noch zum ca 500m entfernten Supermarkt und bestaunten Angebot und Verkaufspraktiken. Morgen ist allgemeines Wecken per "Wakeup Call" um 6.30 Uhr, denn um 8 Uhr gehts auf die Fahrt nach Suzhou und am Abend auf die Zugfahrt, daher werden Sie morgen Abend keine Mail erhalten. Ich hoffe, diese Mail geht durch, denn das Wlan Netz ist hier doch sehr ausgelastet.

Bis in zwei Tagen und gute Nacht aus China,

D. Haberzeth

Guten Abend zum letzten Mal aus Peking. Nach einer erholsamen Nacht ohne im Zug durchgeschuettelt zu werden machten wir uns heute frueh um 8 Uhr bereits auf den Weg. Wir hatten heute ein entspanntes Programm - nur drei Punkte - dachten wir. Aber man darf die Distanzen, die in China zurueckgelegt werden muessen nicht unterschaetzen. Unser erster Punkt war der Besuch der Mauer, und zwar nicht bei Badaling, wo alle Touristen hinfahren, sondern bei Junyongguan, wo nur manche Touristen hinfahren. Ein weiterer Vorteil war, dass wir hierhin vom Hotel aus nur 60 Kilometer zu fahren hatten und nicht 90.

Der Wetterbericht fuer heute war erfreulich gewesen, aber wie das so oft ist mit Wetterberichten - sie stimmen nur bedingt, und so trafen wir auf der Mauer mit recht stuermischen Winden zusammen. Immerhin war der hoechste Teil laut unseres Tourguides bei etwa 1500 Metern. Tapfer stieg ein Teil der Gruppe die vielen Stufen bis ganz nach oben, waehrend andere sich - je nach Gusto - Kaffee oder Eis goennten, denn fuer Eis ist es ja nie zu kalt. Der naechste Punkt auf unserem Programm war dann der Besuch der olympischen Sportstaetten und vor allem die Besichtigung des Vogelnestes - von außen Der Tourguide staunte nicht schlecht, als allgemeiner Konsens darueber bestand, dass wir hier nur eine halbe Stunde verbringen wollten, denn der Fake-Market rief. Dieser war allerdings eher eine Enttaeuschung, denn die Preise waren astronomisch hoch. Wir waren aus Shanghai und Xian doch andere Preise gewoehnt. Dennoch konnte man durch hartnaeckiges Feilschen das ein oder andere Schnaeppchen ergattern.

Nach dem Abendessen ging es wieder zurueck zum Hotel, eine Stunde lang quer durch die Stadt, nur wenig behindert durch Staus. Das Wecken wird morgen frueh um 5.45 Uhr sein, denn bereits um 7 Uhr fahren wir los Richtung Flughafen. Ich hoffe, alle sind erfolgreich beim Packen und koennen sich genuegend ausruhen.

Zum letzten Mal gute Nacht aus China, viele Gruesse,

D. Haberzeth


China-Austausch 2015

Die Zugfahrt verlief nach kleineren Anlaufschwierigkeiten problemlos und wir hatten in Fankfurt noch genügen Zeit, nach dem Checkin ein wenig den Flughafen zu erkunden. Ebenso ereignislos verlief der Flug. Es gab einige kleinere Luftturbulenzen, die aber alle gut überstanden. Nach den Einreiseformalitäten fanden auch alle Besitzer ihre Gepäckstücke wieder, sodass wir nun durch den Zoll zu den bereits auf uns wartenden Kollegen von der Shanghai Minhang gehen konnten.

Nach einer ca 1-stündigen Busfahrt kamen wir auf dem Gelände der Schule an und wurden wieder durch fähnchenschwingende Schüler begrüßt. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor der Schul-Anzeigetafel gab es noch eine kurze Begrüßungszeremonie, die Frau Yang, die Koordinatorin für internationale Austausche, zusammen mit einigen Schülern abhielt. Danach wurden alle von ihre Familien abgeholt und mussten dann noch zur örtlichen Polizeistation, um sich in Shanghai ordnungsgemäß anzumelden. Mal sehen was morgen hierüber berichtet wird. Viele Grüße aus Shanghai,

D. Haberzeth

DIENSTAG

Heute war ein voller Tag mit eindeutig künsterischem Gewicht.

 
Um 8 Uhr trafen sich alle in der der Shanghai Minhang High School angeschlossenen
Wenqi Middle School zur Kalligraphiestunde. Beide Schulen Teilen sich einen Kampus
und sind zusammengenommen in etwa das, was das Max ist, nur mit ca 3600
Schülern und 400 Lehrern.

In der Kalligraphie-Stunde erhielten alle einen Einblick in die Schreibtechnik der
Schriftzeichen - von links nach rechts und von oben nach unten, bevor es daran ging,
einen kurzen chinesischen Satz zu schreiben (den ich leider vergessen habe, aber
"Freundschaft" war drin). Hier stellten sich unsere Schüler so gut
an, dass sie sich auch noch am Schriftzeichen "Drache" versuchen durften,
dass auf mehrere unterschiedliche Arten geschrieben werden kann. Die Lehrerin war
begeistert, und so wurden am Ende der Stunde die fünf besten Werke
prämiert und mit einem kleinen Preis bedacht.

Danach blieben wir in der Materie und es ging weiter zur Stunde in traditioneller
chinesischer Malerei. Hier wird wieder ausschließlich mit Tusche gezeichnet,
Farbschattierungen werden über Hinzugabe von Wasser erreicht. Man war hier mehr
oder weniger erfolgreich, auch wenn hier das eigene Empfinden manchmal nicht mit der
Meinung des Malers übereinstimmte und so zum Beispiel ein furchtbarer Stein
ebenfalls am Ende zu den fünf preisgekrönten Werken gehörte.
Außerdem beschäftigten wir uns etwas näher mit der Frage, ob diese
Art von Malerei tatsächlich schon seit Jahrhunderten unverändert besteht:
"Wie, die malen immer Steine und Bäume, und nie kommt jemand auf die Idee,
mal was anders zu machen !?"

Es folgte das Mittagessen im eigens für uns hingerichteten Raum, wo wir uns an
einem kleinen Buffet bedienen konnten "Jawoll, Nudeln!", so konnte jeder
Essen was er mochte, und es hat geschmeckt.

Nach der Mittagspause ging es weiter in den Künsten, diesmal mit Schwerpunkt
chinesische Oper. Nach einer kurzen Sangeseinlage, die uns allerdings etwas
schwerfiel, da wir noch immer nicht die "italienische" Singweise nach
Zahlen statt nach Noten gelernt haben (und das im Land der großszlig;en Komponisten,
ts, ts...) gestalteten wir die Masken der Oper selbst nach Vorlagen, die aber alle
nach ihrem Geschmack abwandeln konnten. Leider war die Zeit etwas knapp, und so
konnten nicht alle Masken fertiggestellt werden. Dennoch waren wohl alle mit ihrem
Produkt zufrieden, das in der Abschlussfeier noch zu seiner Ehre kommen soll. Auch
hier gab es wieder Preise für die fünf besten Masken.

Als letztes Künstlerisches Element ging es zum Holzdruck, der dem Linoleumdruck
recht ähnlich ist. Hier galt es, einen Neujahrswunsch auf chinesisch sowie den
Fisch als Glückssymbol erst zu skizzieren und dann die gemalten Linien
wegzuschnitzen, um so einen Reliefdruck zu erhalten. Auch hier gaben sich alle
Mühe und es wurden viele schöne Drucke hergestellt, von denen
natürlich auch die Besten einen Preis erhielten.

Dann war der erste Schultag schon zuende, wobei der ein oder andere deutsche Partner
noch auf seinen Chinesen warten musste, da einige von Ihnen im Zusatzunterricht
für die Zwischenprüfung nächste Woche waren.

MITTWOCH

Wieder ist es Abend in Shanghai, und wieder folgt eine kurze Mail mit Tagesbericht.

Heute Morgen haben wir als erstes Kooperation und Teamarbeit geübt. Es galt,
einen Pinsel, an dem 6 Schnüre hingen mit mehreren Personen so zu steuern, dass
ein Schriftzeichen geschrieben werden konnte. Unserer Schüler waren mit viel
Spaß dabei und übten mal mehr mal weniger ernsthaft die Schriftzeichen.
Allerdings waren die hierfür eingeplanten 90 Minuten zu lang, sodass eine
Gruppe sich einen Ball lieh und Basketball spielte, beobachtet von den
Mittelschülern , die gerade Sportunterricht hatten. Es dauerte auch nicht
lange, so spielte der ein oder andere chinesische Schüler mit.

Danach beobachteten wir die täglich stattfindende (Massen-) Gymnastik nach
Musik, bei der alle Schüler in ihren Klassen ausgerichtet wie Soldaten auf dem
Sportplatz stehen und die vorgegebene Choreographie mitmachen. Es gibt auch immer
drei "Vortänzer" auf der Tribüne. Diese Gymnastik wird mal
ernster, mal weniger ernst betrieben, aber auf jeden Fall haben unsere deutschen
Schüler die Gymnastik interessiert aus dem oberen Stockwerk betrachtet.
Vielleicht sollte ich einmal anregen, dass sie versuchen, mitzumachen ... ;-)

Nach der Gymnastik haben wir dann Scherenschnitt gemacht. Hier sollte das
chinesische Zeichen für Glück nach Vorlage ausgeschnitten werden. AUch
hier waren alle wieder eifrig dabei, und es entstanden einige sehr schöne
eigene Entwürfe.

Mittaggegessen wurde früh, schon um 11.30 Uhr, da ein Ausflug zum Bund anstand.
Der Koch persönlich erkundigte sich, ob das Essen schmeckte, zauberter sogar
Pommes aufs Buffet und hielt einein kleinen Schwatz mit den Schülern. Selfies
wurden ebenfalls gemacht.

Nach ermahnenden Worten der chinesischen Leiterin (keine Wertsachen mitnehmen, immer
vorsichtig sein, nur in Gruppen gehen, pünktlich sein) ging es dann im
schuleigenen Bus auf die ca 1stündige Fahrt zum Bund. Neu war, dass auch die
chinesischen Partner mit auf den Ausflug durften, und so hatten alle zusammen viel
Spass, wenn auch eine Stunde Besichtigungszeit recht knapp bemessen war. Da werden
sicher einige das Wochenende noch nutzen, um den Besuch zu wiederholen.

Auch das Shanghai Musem wurde besichtigt, das Ausstellungen über die
chinesische Vergangenheit bietet, so kann man zum Beispiel Porzellan, antike
Möbel, alte Münzen oder die Trachten der verschiedenen chinesischen
Minderheiten betrachten.

Nach dem Besuch ging es auf die Rückfahrt und bei einbrechender Dunkelheit
trafen wir gegen 16.40 an der Schule ein. Auch dieser Tag war wieder kurzweilig und
alle hatten Spass und fühlten sich wohl.

DONNERSTAG

Ja, leider hat es heute immer wieder geregnet, aber die Stimmung war dennoch gut.

Leider entfiel heute Morgen der chinesische Drachentanz, da er auf dem Sportplatz
stattfinden sollte. Stattdessen gab es eine Unterrichtseinheit in Tai Chi. Die
ungewohnten Bewegungen mit Armen und Beinen gleichzeitig fielen einigen recht
schwer, aber dennoch war der Lehrer beeindruckt, wie schnell die deutschen
Schüler die gesamte Bewegungsform erlernten. Natürlich konnte sie keiner
auswendig, aber mit dem Lehrer als Vorturner ging es recht gut. Es wurden auch
gleich 10 besonders gute Schüler ausgewählt, die dieses Tai Chi an der
Abschlussfeier auf der Bühne vorführen dürfen - nicht jeder war
begeistert, dass er als besonders gut eingestuft wurde ;-)

 Nach Tai Chi wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, um einen gemeinsamen Unterricht
mit chinesischen Schülern zu haben. In unserem Fall ging es um
Englischunterricht. Zunächst wurden alle in 4 Gruppen eingeteilt, und anhand
von Leitfragen unterhielten sich die Schüler miteinander. Es stellte sich
heraus, dass die chinesischen Schüler die Anfängergruppe
"Deutschlernen" waren, aber natürlich reicht ein paar Monate Deutsch
noch nicht aus, sich zu unterhalten. Auch mit dem Englischsprechen taten sich doch
recht viele chinesische Schüler schwer. Die Deutschen schnitten hier viel
besser ab (*Schulterklopfen* ;-)). Im zweiten Teil der Stunde spielte man eine
Abwandlung von Tabu: englische Begriffe sollten auf Englisch erklärt werden,
die Gruppe, die die meisten Begriffe erraten konnte, erhielt Lollies als Preis.

 Danach gings erneut zum Mittagessen. Einige unserer Schüler stöhnten
schon, dass sie das Gefühl haben, den ganzen Tag essen zu müssen. Dennoch
wurde auch heute das Buffet wieder gerne angenommen. Der Koch übertrifft sich
jeden Tag mehr, und auch heute kam er wieder auf ein Schwätzchen vorbei und
nahm Wünsche für das letzte Schulessen am Freitag entgegen.

 Nach dem Essen ging es auf den zweiten Ausflug, diesmal nach Qi bao, einer
sogenannten Wasserstadt (=ein Kanal/ Flüsschen/ Flussarm, an dem entlang sich
Verkaufsbuden und Essensbuden schlängeln). Hier durfte einige Schüler aus
der vormittäglichen Diskussionsrunde als Begleiter der deutschen Schüler
mitgehen. Es wurde ein wenig gekauft, einiges an interessantem Essen probiert, und
die Zeit ging wie im Flug vorbei.

Schon mussten wir wieder in die Schule zurück. Heute Abend haben einige
Gastfamilien interessante Dinge vor, z.B. Hotpot essen. Dann bricht morgen schon
unser letzter Tag an der Schule an.


D. Haberzeth



FREITAG

Heute war bereits der letzte Tag an der Schule.

Wie immer trafen sich alle Schüler um 7.30 Uhr zur "Konferenz" im
Konferenzraum und warteten darauf, dass das Programm losgeht.

 Heute stand chinesische traditionelle Musik und Etikette auf dem Programm. Ein sehr
netter Lehrer zeigte uns mehrere verschiedene Blasinstrumente, und es durften auch
alle ausprobiert werden. Manche davon waren recht leicht zu spielen, bei anderen
wiederum bekam man keinen Ton heraus. Auch führten einige chinesische
Schüler ihr Können mit diesen traditionellen Instrumenten vor.

Dieser Unterricht ging nahtlos über in den Unterricht "Etikette".
Hier ging es um traditionelle chinesische Kleidung, die wir auch gleich anprobieren
durften sowie die förmliche Begrüßung, die früher üblich
war. Je nachdem ob man Mann oder Frau war gab es unterschiedliche Handhaltungen bei
der Verbeugung zur Begrüßung.

Die dritte Stunde an diesem Morgen sollte wieder dem "Teambuilding"
gewidment sein. Deutsche und chinesische Schüler sollten gemeinsam Aufgaben
lösen, was sich allerdings als recht schwierig darstellte, da die Dolmetscherin
wohl nicht alle Anweisungen übersetze, die chinesischen Schüler aber nicht
mit einer englischen Erklärung weiterhelfen konnten. So war für einige das
Teambuilding recht unbefriedigend. Erneut muss ich sagen, dass unsere Schüler
wirklich alle ohne Ausnahme deutlich besser und flüssiger Englisch sprechen als
die chinesischen Schüler.

Das Mittagessen war wieder enorm gut und reichlich, und der Koch lud uns am Ende
noch auf Tee/Kaffee in den Lehrer-Ruheraum ein. Hier stand dann auch eine
Tischtennisplatte, die natürlich sofort benutzt wurde.

 Nach der Mittagspause probten wir etwas für die Abschlussfeier, die dann
pünktlich chinesisch eine haleb Stunde später als geplant begann. Hier
wurde nun Tai Chi und die chinesischen traditionellen Kleider vorgeführt, es
gab ein Playback-Musikstück und ein chinesischer Schüler führte eine
Szene aus einer chinesischen Oper vor.

 Dann war der Tag auch schon vorbei und alle durften nach Hause. Es sind schon einige
Pläne für das Wochenende geschmiedet worden, teilweise zusammen mit
anderen Deutschen, teilweise allein.

Übers Wochenende werde ich keine Mails schicken, da wir nicht mit den
Schülern zusammen sind. Ab Montag sind wir dann auf der Rundreise, und ich
hoffe, dass ich jeden Abend im Hotel ein stabiles Netz bekomme und wieder Berichte
zu schreiben.

Ich wünsche allen eine schönes Wochenende und viele Grüße aus
Shanghai,



D. Haberzeth


Aktuell: China-Austausch 2012

Ni hao aus China.

Zunächst erst einmal das Wichtigste: wir sind alle gut und gesund angekommen ... aber nun der Reihe nach. Heute, am Samstag, den 27.10.2012 war großer Abreisetag, und es ist doch wirklich erstaunlich, wie groß Koffer sein können. Darüber staunte auch der Busfahrer, der im Lahrer Schneefall alle Koffer in den Bus packen sollte. Er hat es aber letztendlich geschafft, und es konnte losgehen nach Frankfurt...


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