Prävention

Suchtprävention Schulische Suchtprävention will Schülerinnen und Schüler nicht nur über die Risiken aufklären, die mit dem Konsum von Drogen verbunden sind. Sucht hat viele Ursachen, und Suchtstoffe wie Alkohol, Medikamente und illegale Drogen sind nur ein Teil davon. Stress in der Schule und zu Hause, von Mitschülern gemobbt zu werden, das Gefühl ständiger Angst, Ohnmacht und Schwäche sowie ein mangelndes Selbstwertgefühl können ebenfalls zur Sucht führen. Auch darum hat das Max-Planck-Gymnasium für sein Profil die Stärkung sozialer Kompetenzen gewählt. Das Max-Planck-Gymnasium stellt aus dem Kollegium einen "Lehrer für Informationen zur Suchtprävention" (derzeit Michael Losch), der folgenden Aufgabenbereich hat: - erste Informationsanlaufstelle zum Thema Suchtprävention (Herr Losch steht auch in einer Sprechstunde n.V. zur Verfügung, in der ihn Lehrer, Eltern und Schüler zur Beratung aufsuchen können) - Sammlung von Informationsmaterialien zur Suchtprävention (z. B. Bücher, Zeitschriften, Filme, Unterrichtsmaterialien, Erlasse, Anschriften von Beratungs- und Therapieeinrichtungen) - Koordinierung von Maßnahmen der Suchtprävention im Rahmen der Schule (z.B. Organisation von Informationsveranstaltungen zur Suchtprävention in Schulklassen oder auf Elternabenden) - bei Bedarf Herstellung von Verbindungen zu Einrichtungen, die gegebenenfalls beratend oder therapeutisch tätig werden, wie z.B. psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstellen Neben dem fächerübergreifenden Unterrichtsschwerpunkt Suchtprävention in Klasse 7 besuchen unsere Achtklässler die Drogenhilfe Lahr, um dort Einblicke in eine professionelle Beratungsstelle zu erhalten. Seelische Gesundheit Kooperation Max-Planck-Gymnasium Lahr – Psychiatrische Tagesklinik Lahr Hintergrund In der Schule sich mit seelischer Gesundheit zu beschäftigen ist nützlich, weil psychische Gesundheitsprobleme von Schülerinnen und Lehrkräften zunehmen, psychische Krisen von Heranwachsenden oft erstmals in der Schule erkannt werden, sich hinter Problemen wie Drogen, Alkohol, Mobbing und Gewalt meist seelische Probleme verbergen. Menschen, die von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen sind, werden oft stigmatisiert, diskriminiert und ausgegrenzt. Psychische Auffälligkeiten vor allem im Kinder- und Jugendalter steigen ständig, Jugendliche klagen oft über Erschöpfung und Müdigkeit, Reizbarkeit und schlechte Laune. Die größte Angst der 9-14-jährigen ist es, in der Schule zu versagen. Über 1,5 Millionen Kinder leben mit Eltern zusammen, die an einer schweren psychischen Erkrankung leiden. Heranwachsende aus sozial benachteiligten Familien haben ein größeres Risiko, unter psychischen Problemen zu leiden, als Kinder aus Familien mit höherem Sozialstatus. Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule Einstellungen und Handlungskompetenzen erlernen, die zur konstruktiven Lösung alltäglicher Lebensprobleme und schwieriger Existenzfragen beitragen. Hierzu gehört auch die Beschäftigung mit Gesundheit und Krankheit. Beides spielt im Unterricht der Schulen jedoch kaum eine Rolle. Andererseits spüren Lehrer und Eltern immer stärker, dass der schulische Lernerfolg durch psychische Beeinträchtigungen der Schüler gefährdet ist. Zunehmend mehr Kinder und Jugendliche können mit den Chancen und Risiken, die das Aufwachsen heute mit sich bringt, nicht angemessen umgehen und sind mehr oder weniger überfordert. Gesundheit sollte sich in den Dienst der Schule stellen. Psychische Gesundheit bedeutet, sich besser mit den Herausforderungen der Wirklichkeit auseinandersetzen zu können, sich dabei selbst ins Spiel zu bringen, die eigene Person zu entfalten und zu entwickeln, sich selbst zu erhalten und sich selbst zu gestalten. Das Präventionsprojekt gibt Informationen, aber auch Möglichkeiten, Schüler, Lehrer und Eltern in ihrer psychischen Gesundheit zu stärken. Schülerinnen und Schüler sollen sich mit sich auseinandersetzen, auch Menschen kennenlernen, die psychische Krankheit erlebt haben und erfahren, was sie für ihre eigene seelische Gesundheit tun können.

Leitgedanken

• Schule ist für Kinder und Jugendliche ein Erfahrungs- und Handlungsraum, der auf das Leben vorbereitet. Zum Leben gehören Krisen. Erst Krisen, die nicht bewältigt werden können, münden in psychischen Erkrankungen.

• Die heutigen Schülerinnen und Schüler bilden die künftige Generation, sie prägen die künftige Kultur unseres Zusammenlebens. Von ihrer Toleranz wird abhängen, ob es psychisch erkrankte Menschen leichter oder schwerer haben werden, in der Gesellschaft ihren Platz zu finden.

• Menschen, die Psychosen, Depressionen, Manien und/oder andere psychische Erkrankungen erlebt und überwunden haben, sind gute „Zeitzeugen“ und „Lebenslehrer“. Sie vermitteln den Schülerinnen und Schülern indirekt einen Eindruck von der Vielfalt des Lebens und von in uns wohnenden Ressourcen.

• Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten und Drogenkonsum können eine Eigendynamik entwickeln und zu leidvollen Erkrankungen führen. Der Einstieg kann über problematische Leitbilder, Gruppendruck und subkulturelle Verhaltensweisen erfolgen. Die Handlungen können kurzfristige Entlastungseffekte bewirken. Der gemeinsame Bericht von Erfahrenen und Profis kann vor den Risiken warnen.

• Die selbstverständliche Auseinandersetzung mit diesem Thema hat entängstigende, präventive Wirkung: sie fördert die Bereitschaft, sich selbst rechtzeitig Hilfe zu holen - aus sich heraus und ohne die stigmatisierende Wirkung von Früherkennung. Lehrkräfte werden als solche aktiv und gerade dadurch präventiv wirksam. Eine Schule, die psychische Erkrankung als Unterrichtsthema aufgreift, begibt sich damit auf den Weg zu einer seelisch gesunden Schule.

• Die Begegnung mit diesem Thema und mit psychisch erkrankten Menschen fördert Toleranz im Umgang mit Anderen und Sensibilität im Umgang mit sich selbst. Beides sind wesentliche Voraussetzungen für seelische Gesundheit. Ziele • Gesundheitsförderung / Prävention

• Sensibilisierung für psychische Gesundheitsprobleme • Abbau von Ängsten und Vorurteilen

• Reduktion von Stigma, Ausgrenzung und Diskriminierung Sich über seelische Gesundheit zu informieren, sich mit Situationen zu beschäftigen, die Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen, und Menschen kennenzulernen, die psychische Krankheit erfahren haben - kann Ängsten und Vorurteilen entgegenwirken und den Blick für das eigene Leben schärfen. Schülerinnen und Schüler erhalten ihre offene Wahrnehmung, entwickeln Achtung, Akzeptanz und Toleranz gegenüber Anderssein und entwickeln Selbstachtung gegenüber der eigenen Besonderheit und sollen Hilfsbereitschaft entwickeln. Schülerinnen und Schüler sollen über Einstellungen und deren Folgen reflektieren (wie und warum wird jemand Außenseiter etc.) und sollen Hemmschwellen abbauen und sich vorsichtig an eigene Lebenspläne und mögliche Lebenskrisen, aber auch an eigene Ressourcen annähern. Umsetzung 1. Unterrichtseinheit in der Schule, Klassenstufe 9, Doppelstunde:

• Sensibilisierung für das Thema psychische Gesundheit/ Krankheit Die Schülerinnen und Schüler werden für die Thematik sensibilisiert, diskutieren wer oder was für sie „verrückt“ ist, welche Vorstellung sie von psychisch kranken Menschen und Psychiatrie haben und woher diese stammen. Sie lernen ihre Einstellungen kennen und hinterfragen, ob ihre Informationsquellen glaubwürdig sind und ob sie Wissenslücken haben.

• Glück und Krisen: Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen vom Leben Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in Kleingruppen mit ihrem Selbstbild und ihren Vorstellungen vom Leben auseinander (Wer bin ich? Was wünsche ich mir für mein Leben? Welche Belastungen können mich aus der Bahn werfen?) Darüber hinaus Vorstellungen über Hilfsmöglichkeiten.

• Auseinandersetzung mit einem Krankheitsbild, z.B. Psychose Kennenlernen des Andersseins, reflektieren über Einstellungen und deren Folgen, Hemmschwellen abbauen u.a. über Leitfiguren (z.B. Campino von den „Toten Hosen“ als Moderator eines Hörbuchs aus der Jugendpsychiatrie). Information über Behandlungsmöglichkeiten. 2. Begegnung mit Menschen, die eine psychische Krankheit erfahren haben, Doppelstunde in der Psychiatrischen Tagesklinik Lahr: Die Schülerinnen und Schüler lernen Menschen kennen, die psychische Krankheit erfahren haben. Im Gespräch können die Schüler ihre Ein- und Vorstellung überprüfen und versuchen zu begreifen, wie sich eine psychische Erkrankung auswirkt. Außerdem erfahren die Schüler, dass es ein umfangreiches Hilfesystem für Menschen mit psychischen Krisen gibt, dass psychische Krankheiten heute gut behandelbar sind und psychiatrische Kliniken nicht den „Irrenanstalten“ der medienbeeinflussten Vorstellungswelt mancher Schüler gleichen. 3. Informationsabend für Eltern: Das Thema betrifft nicht nur Schüler, und Lehrer, sondern auch die dazugehörenden Eltern, die oftmals mit dem Verhalten ihres Kindes überfordert sind und nicht wissen, was richtig oder falsch ist und keine Information haben, wo und welche Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Daher bieten wir bedarfsorientiert Elterninformationsabende an. Die Eltern sollen genauso wie Schüler und Lehrer für das Thema sensibilisiert und informiert werden.

 

Max-Planck-Gymnasium

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