Austausch Dole

Französisches Familienleben auf Zeit

Mehr als fünfzig Lahrer Gymnasiasten sind in der vergangenen Woche von ihrem knapp zwölftägigen Sprachaufenthalt in der Partnerstadt Dole zurückgekommen. Wenn die Schülerinnen und Schüler auch dort früh aufstehen und zur Schule gehen mussten, so war diese Zeit für die Deutschen eher eine Verlängerung der Osterferien in einer fremden Umgebung. In diesem Jahr fuhren die Lahrer zum ersten Mal seit langem als Erste in die - für gut die Hälfte von ihnen - unbekannten Familien. Viele derer, die erst im ersten oder zweiten Jahr Französisch lernen, waren deshalb über den Schulbesuch dankbar, bei dem sie wieder ohne lange nachzudenken mit ihren deutschen Mitschülerinnen und Mitschülern sprechen konnten.

Das Rahmenprogramm, das die Doler Lehrerinnen zusammengestellt hatten, fand großen Anklang. Vor allem aber spielte das für die Jahreszeit zu kühle und oft auch nasse Wetter während der Ausflüge ins hohe Jura und in den Felsenkessel von Baumes-les-Messieurs mit seiner Grotte und den Wasserfällen mit. Nur die im Schwimmbad Dole geplante Aktivität wurde zur Erleichterung der beteiligten Schülerinnen und Schüler gegen den Kletterpark ausgetauscht, bei dessen Seilbahnfahrt das Wasser des Flusses Doubs weit oberhalb überquert wird. Nun planen die verantwortlichen Lehrerinnen Frau Marie-Claude Guillaume und Frau Sibylle Menneking das Programm für den Gegenbesuch der Doler im Juli und hoffen auf sommerliches Wetter.


„Sich kennen lernen heißt sich schätzen lernen“

56. Schüleraustausch mit Dole

Mit diesen Worten empfing der Bürgermeister von Dole, Jean-Marie Sermier, die deutschen Aus-tauschschülerinnen und -schüler zusammen mit ihren französischen Familien. Vom 1. bis zum 12. Mai verweilten 56 Schülerinnen und Schüler in den Familien ihrer Austauschschüler in Lahrs französischer Partnerstadt. Gut zwei Wochen nachdem die französische Gruppe aus Lahr heimgereist war, brach die deutsche Gruppe zu ihrem Gegenbesuch auf. Fast die Hälfte von ihnen fuhr zum wiederholten Male in „ihre“ französische Familie, andere wagten mit nur knapp einem halben Jahr gymnasialem Französisch den Schritt, gut zehn Tage in einer fast unbekannten Familie zu verbringen. Die den Austausch begleitenden Lehrerinnen und Lehrer, Marie-Claude Guillaume und Tobias Leistenschneider vom Scheffel-Gymnasium sowie Sibylle Menneking vom Max-Planck-Gymnasium besuchten insbesondere die Familien, deren Austauschschüler zum ersten Mal gekommen waren. Diese Familien, die nun schon zwei Gastkinder aufnehmen, weil das jüngere Kind ins austauschfähige Alter gekommen ist, versicherten ihnen, dass es einen ersten Eingewöhnungsaufenthalt braucht, um danach wirklich ohne Scheu auf Französisch zu kommunizieren - Ausnahmen bestätigen die Regel. Neben dem Sprachenlernen stand im Familien- und Schulleben tagtäglich gelebte Landeskunde auf dem Programm. Sportliche Aktivitäten wie Tanzen, Aikido, Rudern oder Badmin-ton und Ausflüge ins hohe Jura, zur Grotte von Osselle oder auch zur Seifenherstellung aus Eselsmilch, bildeten die Höhepunkte des diesjährigen Programms. Viel-fältigste Erfahrungen sind für alle Beteiligten unvergessliche Erinnerungen.

Sibylle Menneking


Lahrer Schüler in Dole (2015)

Lahrer Schülerinnen und Schüler im Rahmen des 55. Schüleraustausches in Dole

Vom 10. bis 21. Mai verweilten 55 Lahrer Schülerinnen und Schüler zusammen mit den sie begleitenden Lehrerinnen und Lehrern, Marie-Claude Guillaume und Tobias Leistenschneider vom Scheffel-Gymnasium sowie Sibylle Menneking vom Max-Planck-Gymnasium, in Dole. Bei viel Sonnenschein und meist sommerlichen Temperaturen erlebten die jungen Gäste Schul- und Alltagsleben ihrer Gastgeber. Sie begleiteten die französischen Freundinnen und Freunde früh morgens zur Schule und am späten Nachmittag wieder nach Hause. Sie sahen sie danach noch die Hausaufgaben erledigen und aßen später als daheim eine warme Abendmahlzeit. Sie wunderten sich, dass ihre französischen Mitschülerinnen und Mitschüler kein Pausenbrot aßen, obwohl das Frühstück eher weniger war als das, an das sie selbst gewöhnt sind.

Sie erfreuten sich am abwechslungsreichen Programm in Dole - an sportlichen, handwerklichen und kulturellen Aktivitäten - aber auch an Ausflügen im Gruppenverband zu Sehenswürdigkeiten der Region. Manch einem wurden noch dazu von der Familie Ausflüge geboten: zu beeindruckenden Wasserfällen, ins Museum der Herstellung des Comté-Käses bis hin nach Paris. Jede und jeder konnte so neben der tagtäglichen Sprachpraxis eine Menge Erfahrungen machen. "Für ein 40 Kilo schweres Käserad des Comté sind 400 Liter Milch nötig!" berichteten zwei Schüler. "Ich weiß jetzt das Lahrer Leitungswasser zu schätzen, denn das in Dole schmeckt ziemlich nach Chlor", erzählt eine Schülerin, die nach ihrem Aufenthalt auch zu Hause Wasser als Getränk schätzt. Ein anderer fasst zusammen: "Französisch mache ich jetzt viel lieber als Englisch. Ich will versuchen, mehr Mitschülerinnen und Mitschüler für den Austausch im nächsten Jahr zu gewinnen“. Der nächste Besuch in Dole findet übrigens vom 3. bis zum 14. April 2016 statt, der Gegenbesuch der Doler in Lahr ist vom 1. bis zum 12. Mai 2016 geplant.

Sibylle Menneking

Foto (Menneking): Deutsch-französische Hände als Symbol für den Schüleraustausch Lahr-Dole, der in diesem Jahr zum 55. Mal stattfand.


Dole-Austausch 2014: Heimweh wurde schnell überwunden

Lahrer Austauschschüler verbringen sonnige Tage in Dole

(sm) Rund sechzig Lahrer Schülerinnen und Schüler kamen am Sonntag von ihrem zwölftägigen Auslandsaufenthalt im Jura zurück. Sie haben ihre Zeit in Familien der Partnerstadt Dole und Umgebung genießen können. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Sonne bei sportlichen Aktivitäten wie Kajakfahren auf dem Fluss Doubs, Klettern mit Seilfahrt über den Doubs, Sonne bei kulturellen Aktivitäten wie dem Ausflug ins Städtchen Beaune im nahen Burgund mit seinem Weltkulturerbe, dem prächtigen Armenhospitz aus dem 15. Jahrhundert. Sonne aber auch fürs französische Alltagsleben. Auch wenn zu Beginn ein wenig Heimweh zu bekämpfen war, haben sich alle den Herausforderungen gestellt und keiner ist vorzeitig nach Hause gefahren. (Wenn im Französischunterricht in der Schule der Sprechanteil einer einzelnen Schülerin oder eines jeden Schülers bei maximal fünf Minuten pro Stunde liegt, so ist er bei einem französischen Familienleben in jedem Fall um Vieles potenziert.) Neben dem Sprachbad freuten sich die Jugendlichen aber insbesondere über den Kontakt mit den Gleichaltrigen und lernten deren Lebensweise kennen und tanzten und schwätzen auch am Diskonachmittag in Doles Altstadt, wenig entfernt von dem Haus, in dem der berühmte Sohn der Stadt das Licht erblickte und dessen Name sich seiner Verdienste wegen unbemerkt in unsere Alltagssprache eingeschlichen hat - Louis Pasteur.


Lahrer Schüler in Dole