Mit Erasmus+ in Røyken (Norwegen)
Erasmus+ Norwegen Røyken
Im Rahmen unseres Erasmus+ Austauschs hatten wir die einmalige Gelegenheit, eine Woche in Norwegen zu verbringen und dort nicht nur das Land, sondern auch die Kultur, die Menschen und das Schulsystem kennenzulernen. Unsere Reise führte uns nach Røyken, wo wir an einem spannenden Projekt arbeiteten, und viele unvergessliche Erlebnisse sammelten.
Während unseres Austauschs nach Norwegen arbeiteten wir intensiv an einem spannenden Projekt, das dem kulinarischen Austausch gewidmet war. Durch unsere einwöchige Reise konnten wir nicht nur die norwegische Kultur kennenlernen, sondern auch die faszinierenden Essens- und Koch Traditionen beider Länder erleben. Ein Höhepunkt war der Besuch im Kulturhistorischen Museum in Oslo, wo wir interessante Einblicke in alte Traditionen und Bräuche Norwegens erhielten. Im Anschluss daran führten uns die Wege ins Folkemuseum, das uns noch tiefer in die Geschichte und das Alltagsleben des Landes eintauchen ließ. Besonders bereichernd war der Workshop an der norwegischen Schule. Hier tauschten wir uns intensiv über die kulinarischen Traditionen Deutschlands und Norwegens aus. An einem Tag kochten wir gemeinsam typische Gerichte beider Länder – Insgesamt war das Projekt eine wunderbare Gelegenheit, kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede durch das gemeinsame Erleben von Geschichte und Küche zu entdecken.
Neben unserem Projekt lernten wir auch das norwegische Schulsystem besser kennen. Die „Røyken Videregående Skole“ beeindruckte uns mit ihrer Größe und ihrem umfangreichen Angebot. Sie ist von vielen Bäumen umgeben und wird von etwa 850 Schülern besucht. Das norwegische Schulsystem unterscheidet sich von dem deutschen, da die Grundschule bis zur 7. Klasse geht, gefolgt von einer dreijährigen Sekundarschule. Danach haben die Jugendlichen die Möglichkeit, eine höhere Sekundarschule zu besuchen, wie es bei der „Røyken v.g.s.“ der Fall ist. Die Schule verfügt über moderne Einrichtungen wie zwei Sporthallen, zwei Kantinen, eine große Aula, eine Bibliothek, eine Küche und sogar einen Friseursalon. Besonders interessant fanden wir, dass in Norwegen alle Lehrer mit dem Vornamen angesprochen werden. Die Unterrichtszeiten sind von 08:10 Uhr bis 15:30 Uhr, mit einer großen Mittagspause. In der Früh gibt es ein kostenloses Frühstück für die Schüler, und in der Kantine werden verschiedene Mahlzeiten angeboten. Die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Hauptklassen wie Kunst, Architektur oder Design zu wählen, fanden wir besonders spannend. Insgesamt haben wir die Schule als einen sehr angenehmen und fördernden Lernort wahrgenommen.
Trotz der sprachlichen und kulturellen Unterschiede haben wir uns als Team schnell gefunden. Anfangs waren viele von uns etwas schüchtern, da alles neu für uns war – das Schulsystem, das Klima und die Essgewohnheiten. Doch die norwegischen Schüler empfingen uns mit großer Herzlichkeit, sodass wir uns rasch eingewöhnten. Besonders durch gemeinsame Aktivitäten wie das gemeinsame Kochen oder einen Bowlingabend wurde unser Gruppengefühl gestärkt. Die schöne Dynamik in der Gruppe hat die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht, und wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch.
Ein weiteres Highlight unserer Reise war unser Tagesausflug nach Oslo. Mit der Bahn fuhren wir in die norwegische Hauptstadt und besuchten dort zunächst ein kulturhistorisches Museum. Während einer Führung erhielten wir spannende Einblicke in das Mittelalter in Norwegen, insbesondere in die damalige Esskultur. Anschließend ging es weiter zum Munch Museum, wo wir die Aufgabe hatten, das berühmte Gemälde „Der Schrei“ zu finden und es gemeinsam mit unseren Austauschpartnern nachzustellen. Danach hatten wir noch zwei Stunden Freizeit, um Oslo auf eigene Faust zu erkunden und ein wenig zu shoppen.
Neben den schulischen und kulturellen Erfahrungen konnten wir auch das alltägliche Leben in einer norwegischen Familie kennenlernen. Dadurch bekamen wir einen authentischen Einblick in den Alltag und die Kultur Norwegens. Besonders auffällig war die Esskultur: In Norwegen gibt es vier Mahlzeiten am Tag – Frühstück (Frokost), ein leichtes Mittagessen (Lunsj), ein Nachmittagssnack (Middag) und ein spätes Abendessen (Kveldsmat). Eine kulinarische Spezialität, die wir probieren durften, war der berühmte norwegische „brown cheese“, der oft mit Waffeln serviert wird – eine ungewöhnliche, aber überraschend leckere Kombination! Das Leben in einer norwegischen Familie ist oft naturverbunden und ruhig. Viele Familien verbringen gerne Zeit draußen, sei es beim Wandern, Skifahren oder Spazierengehen. Auch die Wohnhäuser waren für uns eine interessante Erfahrung – viele sind aus Holz gebaut und strahlen eine gemütliche, traditionelle Atmosphäre aus. Insgesamt war es eine wunderbare Erfahrung, den Alltag in einer norwegischen Familie mitzuerleben.
Unsere Erasmus+-Reise nach Norwegen war eine bereichernde und unvergessliche Erfahrung. Wir konnten nicht nur viel über die norwegische Kultur, das Schulsystem und die Lebensweise erfahren, sondern auch neue Freundschaften schließen und wertvolle Erinnerungen sammeln. Besonders die Gastfreundschaft der Norweger:innen hat uns beeindruckt. Diese Reise hat uns gezeigt, wie wertvoll kultureller Austausch ist und wie viele Gemeinsamkeiten wir trotz unserer Unterschiede teilen. Wir sind dankbar für diese Gelegenheit und freuen uns auf zukünftige Begegnungen mit unseren neuen Freunde aus Norwegen!